Interkulturalität im Handwerk - Vielfalt gestalten

Migration und Integration – diese beiden Schlagwörter geistern angesichts steigender Flüchtlingszahlen konstant durch die aktuelle öffentliche Diskussion. „Sie werden bemüht, wenn es um die Gestaltung menschlichen Zusammenlebens, -lernens und -arbeitens geht und dann aber nicht selten ungenau verwendet“, so Prof. Jochen Oltmer, Migrationsforscher der Universität Osnabrück, in seinem Eingangsreferat.

Vor 70 Jahren zogen Vertriebene in die Region, dann kamen Türken, Spanier, Italiener oder Portugiesen. Nun kommen erneut Flüchtlinge, diesmal aus Kriegsgebieten. Der Migrationsforscher Jochen Oltmer von der Universität Osnabrück erläuterte die Hintergründe von Aus- und Zuwanderung auf der Veranstaltung der Handwerkskammer.

Kann der Blick auf Migrationsbewegungen der Vergangenheit und auf die damit verbundenen kulturellen und sozialen Phänomene und Praktiken, Perspektiven für den Umgang mit den Herausforderungen der Gegenwart eröffnen? Diese Frage versuchte Oltmer zunächst in anschaulichen historischen Vergleichen zu beantworten, gepaart mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sein Fazit: „Wir wissen, dass die Bundesrepublik relativ viele Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt, weil schon vor Beginn des Bürgerkrieges relativ viele Syrer hier lebten. Wenn Menschen Krisen- und Kriegsgebiete verlassen, ist Deutschland häufig ein Ziel, weil sie von Bekannten und Verwandten Informationen über Deutschland haben.“

Oltmer untermauerte zudem seine These, dass ohne Flüchtlinge und Einwanderer das sogenannte Wirtschaftswunder nicht oder nur in viel geringerem Maße stattgefunden hätte: „Das Emsland wurde für Zuwanderer interessant mit dem Emslandplan und dem Aufbau landwirtschaftlicher Betriebe. Das riesige mobile Potenzial der Flüchtlinge und Vertriebenen sorgte für ein im europäischen Vergleich sehr niedriges Lohnniveau. Als billige, gut ausgebildete Arbeitskräfte trugen die Zuwanderer das Wirtschaftswunder zu einem großen Teil mit.“

Ulf Zumbrägel, Berufsschulzentrum am Westerberg, Stefanie Lambers, Agentur für Arbeit, Thorsten Goerke, Hermann Dallmann Straßen- u. Tiefbau GmbH & Co.KG und Dr. Goran Miladinovic, Willkommenslotse der Handwerkskammer waren der übereinstimmenden Auffassung, dass die wirtschaftliche Integration derjenigen Flüchtlinge, die mittelfristig oder dauerhaft in Deutschland bleiben, eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe in den nächsten Jahren sein wird: „Integration ist ein generationsübergreifender Prozess und es handelt sich hierbei nicht um einen Sprint, sondern um einen Marathon“, so Willkommenslotse Miladinovic, der betonte, dass die erfolgreiche Integration der Vertriebenen im Emsland mindestens eine Generation gedauert habe.

 

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