Handwerk engagiert sich in USA

Eine hochkarätig besetzte Delegation unter der Leitung von Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und IHK-Chef Marco Graf reiste für eine Woche in die Osnabrücker Freundschaftsstadt Evansville und nach Charlotte. Mit dabei waren auch Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer sowie der 22-jährige Jakob Bolte, der die Delegation über ein Stipendium der HuB-Begabtenstiftung als Botschafter des Handwerks begleitete.

„Die mitgereisten Unternehmen aus der Region Osnabrück lassen sich vom „America First“-Kurs des US-Präsidenten Donald Trump nicht abschrecken und investieren in den USA“, erklärt Sven Ruschhaupt, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, der die Delegation begleitete. Die Interessen der Unternehmen vor Ort an einer Kooperation mit deutschen Unternehmen und Betrieben seien sehr ausgeprägt und völlig unabhängig von der derzeitigen Äußerungen Trumps zu betrachten.

Die Geschäfte laufen beispielsweise für die Wallenhorster Firma Purplan sehr gut. „Wir haben einen 10-Millionen-Deal abgeschlossen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Sandmann und erläutert, das er bereits rund ein Drittel seines Umsatzes mit amerikanischen Geschäftspartnern generiere. Sandmann, der sich im Osnabrücker Handwerk auch ehrenamtlich beispielsweise als HuB-Stiftungsvorsitzender engagiert, fing wie die meisten der deutschen Unternehmer zunächst mit einer kleinen Repräsentanz an, steigerte jährlich seinen Umsatz und will im nächsten Schritt bis zum Sommer 2018 eine eigene US-Produktion aufbauen. Im Jahr 2004 mietete Sandmann in Charlotte ein kleines Büro. Dort wickelte er mit zunächst nur einem Mitarbeiter die Projekte ab, nahm Aufträge an, telefonierte, schrieb Rechnungen. Das verhalf ihm im ersten Jahr zu einer Million Euro Umsatz, im zweiten zu zwei und im dritten zu vier Millionen Euro. „Doch das wird natürlich noch mehr. Wir sind gerade erst am Anfang“, betont Sandmann. Das Geschäft floriert: „Das Spannende daran ist, dass unser Auftraggeber erst zwei Jahre versucht hat, das Projekt mit amerikanischen Kunden durchzuführen. Das ist ihm aber nicht gelungen.“ Auch die Wallenhorster Richert-Gruppe will sich ebenso im Bereich Fensterbau auf dem US-Markt etablieren wie die August Storm GmbH & Co. KG aus Spelle im Bereich Maschinenbau.

„Auch unsere Mitgliedsbetriebe im Handwerk profitieren vom Label ‚Made in Germany‘, da ihre Produkte und Dienstleistungen sehr gefragt sind“, erklärt Ruschhaupt. Hierbei hätten größere Handwerksbetriebe mit einer industriellen Ausrichtung besonders gute Chancen.

Andreas Sandmann mit HuB-Stipendiat Jakob Bolte und Kammerchef Sven Ruschhaupt

HuB-Stipendiat begeistert über USA Besuch

„Ich sehe mich nach dieser Reise darin bestärkt, mich selbstständig zu machen, denn Unternehmer haben mir wertvolle Tipps gegeben“, erklärt Jakob Bolte, Stipendiat der „Handwerklichen und Beruflichen Begabtenstiftung des Osnabrücker Handwerks“, kurz HuB-Stiftung. Er habe von der amerikanischen Mentalität mitgenommen dass Amerikaner, selbst wenn sie scheitern, einfach aufstehen und weitermachen. Bolte: „In Deutschland ist eine Insolvenz wie ein Makel, den man kaum wieder loswird“, so das Resümee des Stipendiaten, der sich bereits in Nepal sozial engagierte und zur Zeit eine mehr-monatige Fahrradtour durch Südeuropa absolviert, bevor er seine Handwerkskarriere startet. Bolte selbst konnte bei den Unternehmensbesuchen wie auch bei den wirtschaftlichen und politischen Kooperationsgesprächen vor Ort, wertvolle Kontakte knüpfen, die ihm bei seiner späteren Selbstständigkeit helfen können. Außerdem erklärt der Zimmermeister: „Ein Großteil der Häuser in den USA sind aus Holz gebaut und daher bin ich natürlich gespannt, wie dort gebaut wird.“ Ihn interessiert, ob es stimmt, was er bislang zur amerikanischen Bauweise gehört hat und wie im Kontrast dazu die deutsche Bauweise ankommt: „Es soll dort nicht so viel Wert auf Statik gelegt und mehr aus Erfahrung gebaut werden. Die Querschnitte sollen nach deutschen Standards zu wünschen übrig lassen.“



 
 
 
 

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