16 neue Tischlergesellen auf dem „Holzweg“

Die Tischlerinnung Lingen hat 16 neue Gesellen. Ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe bekamen sie am Freitagabend bei der Lossprechungsfeier in der Volksbank Lingen überreicht.

„Wir haben die Lehre überlebt, und Sie haben uns ausgehalten“, richteten sich die neuen Gesellen Christin Schmakers und Heinrich Pieper jun. in ihren Dankesworten an die Berufsschullehrer Kai Kollmann und Wilfried Etmann. Als Geschenk gab es für die Lehrer eine Holzkiste mit dem Schriftzug „Tischler“, in der weit mehr als nur eine Flasche Bier stand. „Die Kiste ist zur Erinnerung, das Bier fürs Vergessen“, meinten die beiden jungen Gesellen unter dem Gelächter der Gäste.

Doch es fielen auch durchaus ernsthafte Worte: In „Lossprechung“ stecke auch das Verb „Sprechen“, erklärte Lingens Zweiter Bürgermeister Stefan Heskamp. „Sprechen im Sinne von mündig sein bedeutet, dass Sie fortan Verantwortung tragen und Dinge, die Sie bewegen, für sich und andere artikulieren“, sagte Heskamp. Ein selbstständiger Mensch bilde seine eigenen Meinungen und treffe immer hoffentlich wohldurchdachte Entscheidungen. „Die Welt, wie sie sich Ihnen künftig darstellt, wird entscheidend von den Fragen abhängen, die Sie ihr stellen werden“, meinte Heskamp angesichts dessen, dass vieles fragwürdig und zu hinterfragen sei.
Ähnlich äußerte sich der Obermeister der Lingener Tischlerinnung, Martin Hülsing aus Listrup. „Lassen Sie sich nicht beeinflussen durch Medien und soziale Netzwerke. Diese machen sich das hohe Gut der Meinung oftmals zu eigen und werden oft zur aufzwingenden Meinungsbildung missbraucht“, sagte Hülsing.

Der Obermeister appellierte an die neuen Tischlergesellen, sich ihre eigene Meinung zu bilden, und forderte sie auf, bei der kommenden Bundestagswahl ihr „hohes Gut der Stimmabgabe“ zu nutzen. Das sehr gut und vielfältig aufgestellte Tischlerhandwerk sei aktueller denn je, erklärte Hülsing. Technik- und Maschinenfreaks bis zu ins Detail denkenden Planern und Gestaltern würden zusammen angesichts der Digitalisierung das „Handwerk 4.0“ ergeben. „Bleiben Sie auf dem ‚Holzweg‘, auch wenn viele dies als negativ betrachten“, sagte Hülsing.

Eine Ansicht, die Jürgen Hölscher, Vorstandsmitglied der Volksbank Lingen, teilte. „Sie haben eine gute Berufswahl getroffen“, sagte Hölscher zu den neuen Gesellen, deren Gesellenstücke in den vergangenen Wochen in der Volksbankfiliale im Lingener Lookentor ausgestellt waren. „In einer Gesellschaft von Akademikern und Dienstleistern ist es heute schon schwierig, einen Handwerker zu bekommen“, gestand der Bänker. Die Weisheit „Handwerk hat goldenen Boden“ werde wieder an Wahrheit gewinnen.

Chancen erkennen
Berufsschulleiter Jürgen Korte hoffte, dass die jungen Gesellen ihre Chancen erkennen und nutzen würden. Zugleich wünschte er ihnen, stark genug zu sein, um Enttäuschungen und Niederlagen zu bewältigen. Sie würden auch aus Fehlern lernen. „Eine solche Fehlerkultur tut uns gut“, warb Korte dafür, auch Fehler, vorausgesetzt, sie würden nicht zweimal gemacht, zu akzeptieren. Innungssieger 2017 bei der Gesellenprüfung der Lingener Tischler wurde Steffen Kersten mit einer Vitrine. Er gewann auch den Wettbewerb „Die Gute Form“. Den zweiten Platz in diesem Wettbewerb errang Christin Schmackers. Dritter wurde Heinrich Pieper jun. und Nadine Westhuis erhielt eine Belobigung.



 
 
 
 

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