Das System der dualen Berufsausbildung

Die qualifizierte Berufsausbildung der Jugendlichen wird in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen mit staatlich geregelten Inhalten und Anforderungen nach dem deutschen Berufsbildungsgesetz durchgeführt. Sie dauert dreieinhalb bzw. drei Jahre. Die Ausbildungsberufe werden nur staatlich anerkannt, wenn sie einheitlich und branchenübergreifend eine berufliche Qualifizierung sicherstellen. Das dient der Sicherung eines einheitlichen Qualitätsstandard und schafft Transparenz auf dem Arbeitsmarkt.

Die Berufsausbildung wird im dualen System durchgeführt, d.h. sie findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Beide Lernorte sind miteinander verzahnt. Die Berufsausbildung wird zu wesentlichen Teilen praxisnah an den Arbeitsplätzen in den Betrieben durchgeführt.

Parallel zur praxisnahen Ausbildung im Betrieb geht der Lehrling zur Berufsschule. Dort werden die berufstheoretischen Inhalte und der allgemeinbildende Unterricht erteilt. Die wöchentlichen Berufsschultage können auch zu einem „Block“ zusammengefasst werden. Während des Blockunterrichts sind die Lehrlinge mehrere Wochen lang ausschließlich in der Schule und werden nur während der übrigen Zeit im Betrieb ausgebildet.

Nach der Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule erhalten die Jugendlichen einen Abschluss in einem anerkannten Handwerksberuf. Die Ausbildung richtet sich in der Regel an die Erfordernisse der Arbeitswelt und ist gesellschaftlich orientiert. Die Ausbildung soll und hat sich auf die wandelnden Berufsanforderungen einzustellen, sie soll aber auch die persönlichen Entwicklungschancen des einzelnen fördern. Das bedeutet, die Lehrlinge müssen fachlich befähigt werden, die zur Ausübung eines Berufes notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten, Erfahrungen und Fähigkeiten zu erwirken. Sie lernen auch, die sozialen Anforderungen am Arbeitsplatz und der Berufswelt zu bewältigen.

Typisch für das duale System der beruflichen Ausbildung ist es, dass die Beratung und Überwachung der Ausbildung sowie eine Reihe wichtiger Prüfungs- und Verwaltungsaufgaben nicht vom Staat, sondern durch die Selbstverwaltungsorgane des Handwerks durchgeführt werden.

Der schulische Teil wird inhaltlich durch Rahmenlehrpläne der Länder bestimmt. Die Ausbildungsordnungen werden auf Bundesebene mit den Rahmenlehrplänen für die Berufsschulen abgestimmt. Deshalb ist eine Ausbildung ohne schriftlichen Ausbildungsvertrag nicht zulässig. Im Ausbildungsvertrag sind die wesentlichen Punkte festgehalten. Dazu gehören:

 

  •     die Dauer der Ausbildungszeit einschließlich der Probezeit, die mindestens einen Monat, längstens vier Monate beträgt,
  •     die Angabe der Ausbildungsstätte,
  •     die Pflichten des Ausbildungsbetriebes und des Ausbildenden,
  •     die Pflichten des Lehrlings,
  •     die Regelung der Vergütung und sonstigen Leistungen,
  •     die tägliche Ausbildungszeit und der Urlaubsanspruch,
  •     Hinweise zur Kündigung nach der Probezeit.

Ein Handwerksbetrieb wird als Ausbildungsbetrieb zugelassen, wenn er über fachlich und pädagogisch geeignete Meister verfügt, die den Anforderungen entsprechen. Wer selbst nicht ausbildet, muss einen geeigneten Ausbilder bestellen. Der Betrieb muss außerdem nach Art und Ausstattung sowie nach Produktion in der Lage sein, die vorgeschriebenen Inhalte und Anforderungen der Ausbildungsverordnung vollständig zu vermitteln.

Der Lehrling erhält vom Betrieb monatlich eine Ausbildungsvergütung. Die Höhe der Vergütung wird in der Regel durch Tarifverträge festgelegt. Sie erhöht sich im Laufe der Zeit und berücksichtigt damit, dass der Jugendliche während seiner Ausbildung auch produktive Leistungen erbringt.
Zum Dualen System gehört die überbetriebliche Unterweisung. Weil die Anforderungen und die Berufsausbildung einem ständigen Wandel der Technik unterliegen, wird die betriebliche Ausbildung durch überbetriebliche Kurse ergänzt.

Die überbetriebliche Unterweisung wird im Bezirk der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim von der Kammer durchgeführt. Sie hat das Ziel, die Anpassung an die technische Entwicklung in den einzelnen Berufen zu erleichtern und die Qualität der Ausbildung zu steigern.

Die überbetriebliche Unterweisung in der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim erfolgt durch qualifizierte Handwerksmeister. Die Kosten werden zum Teil durch Zuschüsse des Bundes und des Landes aus Mitteln der Gewerbeförderung gedeckt. Die Teilnahme des Lehrlings an der überbetrieblichen Ausbildung ist - nach Beschluss in der Vollversammlung - Pflicht.

Jede Ausbildung endet mit Prüfungen, Lernerfolgskontrollen und Beurteilungen. Sie sollen Aufschluss über den vom Lehrling erreichten Lern- und Leistungsstand geben.

online_seit 03. Juli 2013, aktualisiert_am 21. Oktober 2015

 
 
 
 

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