Expertenmeinung von Klaus Tisson Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

bAV gesetzeskonform regeln und Haftungsrisiken ausschließen.

Altersvorsorge

Neue Haftungsfallen als Unternehmerin oder Unternehmer.

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Auto. Sie fahren es über viele Jahre, führen regelmäßig Inspektionen durch und wechseln das Öl in den vorgegebenen Abständen. Auf einen Filterwechsel verzichten Sie aber dabei. Als die Ölleuchte im Display aufblinkt, verdrängen Sie das Problem und fahren weiter – das wird schon passen, sie wechseln das Öl schließlich regelmäßig. Bis eines Tages der Motor streikt. In einem solchen Fall wird weder Versicherung, noch Händler oder Hersteller Ihren Schaden ersetzen. Sie hätten wissen können – ja, wissen müssen – dass der Ölfilter regelmäßig ausgetauscht werden muss. Auf den Kosten für die Reparatur oder gar ein neues Auto bleiben Sie selbst sitzen.

Ein sehr hypothetischer Fall, denn die Werkstätten werden Sie regelmäßig darauf hinweisen, bzw. im Service einen Wechsel automatisch vornehmen. Wenn nun aber die Werkstatt nicht darüber informiert und trotzdem später nicht in eine Mithaftung genommen werden kann, ist das sicherlich mehr als unglücklich.

In der betrieblichen Altersversorgung für Ihre Mitarbeitenden kann das allerdings passieren.

Denn Sie als Unternehmerin oder Unternehmer haften gegenüber ihren Mitarbeitenden. Eine Übertragung des Haftungsrisikos auf den Versicherer oder den Vermittler ist i.d.Regel nicht möglich. Sie haften, wenn Sie bewusst oder aus Unwissenheit wirtschaftliche Schäden verursachen und sind verpflichtet, Ihre betrieblichen Risiken zu überwachen und gemäß gesetzlicher bzw. tariflicher Vorgaben unternehmerisch umzusetzen.

Für Ihre branchenüblichen Risiken haben sie deshalb angemessene Strategien entwickelt, Haftungsfälle zu vermeiden. Ebenso wichtig ist es, dass Sie Ihre branchenfremden Risiken im Blick behalten und mit Weitsicht managen. Damit sind all jene Risiken gemeint, die sich aus grundlegenden unternehmerischen Handlungsfeldern ergeben, z.B. Ihrer Angestelltenführung, Buchhaltung oder steuerlichen Belangen.

Wussten Sie zum Beispiel, welche weitreichenden Haftungsfälle aus nicht oder falsch erbrachten Leistungen an Ihre Angestellten entstehen können? Hier genießt besonders die betriebliche Altersvorsorge (bAV) einen besonderen Schutz. Forderungen aus diesen Haftungsfällen bleiben dabei lange über das Ausscheiden von Mitarbeitern gültig und können sogar über das Bestehen Ihres Unternehmens bis in Ihr Privatvermögen hineinreichen. Diese Regelungen und Verpflichtungen bestehen ungeachtet Ihrer Betriebsgröße. Das Risiko eines solchen Haftungsfalles kann durch die gesetzeskonforme Ausgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge effektiv abgesichert werden.

Besonders in den Schnittmengen der Gesetze liegt das Risiko.

Die Einführung diverser Gesetze (s. Abbildung) in den letzten Jahren konkretisieren die Anforderungen an die Umsetzung der betrieblichen Altersvorsorge in Ihrem Unternehmen. Die Fallstricke dieser neuen Regelungen liegen in den Schnittmengen dieser Gesetze, in der Komplexität der Sache verlieren viele Unternehmer den Überblick. Genau darin liegt die Gefahr, denn haben Sie eins oder mehrere Gesetze nicht beachtet, kann das zukünftig gar als Argument dafür gesehen werden, Ihnen aufgrund fahrlässigen unternehmerischen Handelns eine eigenständige Restrukturierung zu versagen, was Sie zur Insolvenz zwingt.

So werden aus Haftungsfällen wahre Haftungsfallen. Gefühlt sind über 90% der Unternehmen dieses Risiko noch nicht bekannt, oder nur in Teilen umgesetzt.

Kein Problem ohne Lösung!

Ich empfehle daher Unternehmer/innen diese betriebsfremden Risiken zu kennen und zu bewerten, zeitnah notwendige Prozesse einzuleiten und so vermeidbare Risiken für die Zukunft abzuwehren und Ihre persönliche Haftung zu minimieren. Mit einer gesetzeskonformen Regelung zur betrieblichen Altersvorsorge betreiben Sie sinnvolles Management betriebsfremder Risiken. Unternehmen ist angeraten, zur Prüfung qualifizierte Partner ins Boot zu holen, die die Fallstricke der Gesetzeslage kennen.

Schätzen Sie anhand der dieser Checkliste Ihre individuellen unternehmerischen Haftungsrisiken ein. Und besprechen Sie das Thema beispielsweise mit ihrer Steuerberaterin bzw. ihrem Steuerberater.

Weiterführende Informationen erhalten Sie vom Experten:

Klaus Tisson
XHoch3 GmbH & Co. KG
Tel: 0541-50798784
klaus.tisson@xhoch3.de

Oder informieren Sie sich bei der Betriebsberatung der Handwerkskammer!


Geschäftsführer Betriebsberatung und Strukturförderung

Telefon 0541 6929-900
p.beckmann@hwk-osnabrueck.de